Fett im Geschirrspüler entfernen
Schmierige Innenwände, ein klebriger Film auf dem Sieb, ranziger Geruch beim Öffnen: Fett lagert sich in jedem Geschirrspüler ab, vor allem bei niedrigen Spültemperaturen. Mit der richtigen Reihenfolge bekommst du es in etwa einer Stunde wieder heraus.
Kurz gesagt
Fett im Geschirrspüler entfernst du in drei Schritten: Sieb und Sprüharme ausbauen und mit heißem Wasser und Handspülmittel entfetten, Innenwände, Dichtung und Türunterkante von Hand abwischen und danach einen Maschinenreiniger im heißesten Programm laufen lassen. Neue Ablagerungen vermeidest du, indem du Pfannen vorher mit Küchenpapier auswischst und regelmäßig ein Programm mit mindestens 60–65 °C wählst.
Woher Fett im Geschirrspüler kommt
Fett gelangt mit jedem Teller, jeder Pfanne und jedem Auflaufform-Rest in die Maschine. Das Spülmittel emulgiert es, also bindet es im Wasser, damit es abgepumpt werden kann. Das klappt zuverlässig, solange Temperatur und Spülmittelmenge zur Fettmenge passen. Wird es zu viel oder zu kühl, setzt sich ein Teil an kühleren Flächen wieder ab: an den Wänden, im Sieb, in den Sprüharmen und im Ablaufschlauch.
| Ursache | Warum sie Fett begünstigt | Abhilfe |
|---|---|---|
| Fast nur Eco- und Kurzprogramme | Bei ca. 40–50 °C wird festes Fett wie Butter oder Bratfett schlechter gelöst | Etwa einmal pro Woche ein Programm ab ca. 60–65 °C |
| Viel Bratfett und Öl im Geschirr | Die Spülmittelmenge reicht nicht, um alles zu binden | Pfannen und Bräter vorher mit Küchenpapier auswischen |
| Unterdosiertes Spülmittel | Zu wenig Tenside für die Fettlast | Dosierung an Verschmutzung und Wasserhärte anpassen |
| Sieb selten gereinigt | Fett und Reste binden sich im Sieb und geben ständig neues Fett ab | Sieb alle ein bis zwei Wochen ausspülen |
| Hartes Wasser, wenig Salz | Kalk und Fett bilden zusammen hartnäckige, gräuliche Beläge | Wasserhärte einstellen, Regeneriersalz nachfüllen |
| Geschirr lange ungespült im Gerät | Fett härtet aus und haftet stärker | Bei Bedarf Vorspülprogramm ohne Spülmittel |
Wie du die Spülmittelmenge sinnvoll anpasst, steht im Ratgeber Spülmittel richtig dosieren. Bei Kalk-Fett-Belägen hilft außerdem der Blick auf die Wasserhärte-Einstellung.
Fett im Geschirrspüler erkennen
- Innenwände und Türinnenseite fühlen sich schmierig oder klebrig an.
- Das Sieb ist mit einem gelblichen oder grauen, rutschigen Film überzogen.
- Beim Öffnen riecht es ranzig, besonders nach einigen Tagen Pause.
- Gläser und Kunststoffteile haben einen fettigen Film, der sich beim Abtrocknen verschmiert.
- Das Wasser läuft langsamer ab, weil Fett im Sieb oder Ablauf sitzt.
Sicherheit und Material
Schalte das Gerät aus, zieh den Netzstecker und dreh den Wasserhahn zu, bevor du Sieb und Sprüharme ausbaust. Lass ein heißes Gerät erst abkühlen. Kombiniere keine verschiedenen Reiniger, schon gar nicht chlorhaltige Mittel mit Säuren.
- Handspülmittel und heißes Wasser in der Spüle (nur außerhalb des Programms)
- Weiche Bürste, Zahnbürste und Mikrofasertuch
- Zahnstocher für verstopfte Düsen
- Maschinenreiniger für den Heißlauf
- Haushaltshandschuhe
Fett im Geschirrspüler entfernen: Schritt für Schritt
Körbe herausnehmen und Bodenwanne prüfen
Zieh Unter- und Oberkorb heraus. Nimm grobe Reste und Fettklumpen am Boden mit Küchenpapier auf, statt sie zu verwischen.
Sieb entfetten
Dreh das Siebsystem heraus und leg es einige Minuten in heißes Wasser mit einem Spritzer Handspülmittel. Danach mit der Bürste innen und außen reinigen und klar nachspülen. Den Siebtopf mit Küchenpapier auswischen.
Sprüharme reinigen
Bau die Sprüharme aus, spül sie innen mit heißem Wasser durch und stoß verfettete Düsen mit dem Zahnstocher frei.
Wände, Dichtung und Türunterkante abwischen
Wisch die Innenwände mit einem Tuch und warmem Spülmittelwasser ab und nimm die Reste mit klarem Wasser auf. Die Falten der Türdichtung mit der Zahnbürste säubern; wie empfindlich die Dichtung ist und worauf du achten musst, erklärt der Ratgeber zur Geschirrspüler-Dichtung.
Teile einsetzen
Sieb fest einsetzen, bis es einrastet, Sprüharme montieren und auf freien Lauf prüfen. Wasserhahn öffnen, Netzstecker einstecken.
Maschinenreiniger im Heißprogramm
Setz einen Maschinenreiniger nach Packungsanleitung ins leere Gerät und starte das heißeste Programm. Er löst Fett auch in Pumpe und Schläuchen. Wie die verschiedenen Produkte wirken, steht im Ratgeber Maschinenreiniger für Geschirrspüler.
Nachkontrolle
Nach dem Programm Tür offen lassen und das Sieb noch einmal prüfen. Bei starkem Belag den Heißlauf wiederholen.
Natron neutralisiert Gerüche und wirkt leicht scheuernd, löst Fett aber nur begrenzt. Essig und Zitronensäure lösen Kalk, kaum Fett. Bei echtem Fettbelag ist der Maschinenreiniger die wirksamere Wahl.
Fehler, die du vermeiden solltest
- Handspülmittel ins Programm geben: Es schäumt stark und kann aus der Tür laufen.
- Fettige Pfannen ungeputzt einräumen und auf das Eco-Programm vertrauen.
- Frittierfett oder Bratöl in die Maschine kippen – das gehört in den Restmüll, nicht ins Abwasser.
- Nur den Maschinenreiniger nutzen und das verfettete Sieb drin lassen.
- Scheuermilch oder Stahlwolle an Edelstahlwänden verwenden; das hinterlässt Kratzer, in denen sich neuer Schmutz festsetzt.
Neuen Fettablagerungen vorbeugen
Vorspülen unter dem Wasserhahn ist nicht nötig, Abstreifen schon: Reste in den Biomüll, Fett mit Küchenpapier aus Pfannen und Bräter. Das spart Wasser und entlastet die Maschine stärker als jedes Pflegemittel. Ebenso wichtig ist die Beladung: Stehen Töpfe und Auflaufformen so, dass das Wasser sie nicht erreicht, bleibt Fett am Geschirr und verteilt sich beim nächsten Gang. Wie Pfannen, Bleche und Schüsseln richtig stehen, zeigt der Ratgeber Geschirrspüler richtig einräumen.
Manche Teile solltest du gar nicht in die Maschine geben, etwa Gusseisenpfannen oder Holzbretter, die Fett und Feuchtigkeit aufnehmen. Eine Übersicht findest du im Ratgeber Was darf in den Geschirrspüler?. Für die übrigen Bauteile gibt der Pflegeplan im Ratgeber Geschirrspüler reinigen die passenden Intervalle vor.
Wann es am Ablauf liegt
Pumpt das Gerät nach der Reinigung immer noch langsam ab oder steht Wasser im Sumpf, kann Fett im Ablaufschlauch oder im Siphon der Spüle sitzen. Den Siphon kannst du selbst abschrauben und reinigen; stell dafür einen Eimer darunter. Hinweise zur Fehlersuche gibt der Ratgeber Geschirrspüler pumpt nicht ab. Ist der Hausabfluss selbst zugesetzt oder muss die Ablaufpumpe geprüft werden, ist ein Installateur oder der Kundendienst gefragt. Rechne für einen Kundendiensteinsatz grob mit ca. 100–200 € plus Material.
Häufige Fragen
Warum ist mein Geschirrspüler trotz Tabs fettig?
Moderne Tabs arbeiten mit Enzymen, die bei niedrigen Temperaturen gut gegen Eiweiß und Stärke wirken. Festes Fett braucht aber mehr Wärme. Wer fast nur im Eco-Programm spült, sollte gelegentlich ein heißeres Programm einplanen.
Ist der Fettfilm gesundheitlich bedenklich?
Der Film selbst ist vor allem unappetitlich. Er bietet aber Bakterien und Schimmelpilzen Nährboden und verursacht Gerüche, daher solltest du ihn zeitnah entfernen.
Wie oft muss ich gegen Fett vorgehen?
Bei normalem Gebrauch genügt es, das Sieb alle ein bis zwei Wochen zu reinigen und alle ein bis zwei Monate einen Maschinenreiniger zu nutzen. Wer viel brät oder backt, braucht den Heißlauf eher häufiger.
Kann Fett die Ablaufpumpe beschädigen?
Fett allein selten, aber zusammen mit Speiseresten kann es Sieb, Schlauch und Pumpenraum zusetzen. Dann pumpt das Gerät schlechter ab und die Pumpe arbeitet unter höherer Last.