Geschirrspüler Programme: Welches Programm wofür?
Eco, Automatik, Intensiv, Kurz, Glas: Auf dem Bedienfeld stehen oft fünf bis acht Programme. Im Alltag brauchst du davon meist nur zwei. Hier steht, was die einzelnen Programme tun und wann sie sinnvoll sind.
Kurz gesagt
Die wichtigsten Geschirrspüler Programme sind Eco (ca. 45–50 °C, 3–4 Stunden, am sparsamsten), Automatik (passt Temperatur und Wasser an die Verschmutzung an), Intensiv (ca. 65–70 °C für Eingebranntes), Kurz (ca. 30–60 Minuten für leicht verschmutztes Geschirr) und Glas (schonend bei ca. 40–45 °C). Für den Alltag ist Eco die beste Wahl, Automatik die bequeme Alternative.
Geschirrspüler Programme im Überblick
| Programm | Temperatur | Laufzeit | ca. Strom | ca. Wasser | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|---|
| Eco | 45–50 °C | 3–4,5 h | 0,5–0,9 kWh | 8–11 l | normal verschmutztes Alltagsgeschirr |
| Automatik | 45–65 °C | 1,5–3 h | 0,8–1,4 kWh | 7–15 l | gemischte Beladung |
| Intensiv | 65–70 °C | 2–3 h | 1,3–1,8 kWh | 12–18 l | Töpfe, Bräter, Eingebranntes |
| Kurz / Quick | 35–45 °C | 0,5–1 h | 0,6–1,0 kWh | 9–12 l | leicht verschmutztes Geschirr |
| Glas / Schonend | 40–45 °C | 1,5–2 h | 0,6–0,9 kWh | 10–14 l | Gläser, empfindliches Porzellan |
| Vorspülen | kalt | 10–15 min | sehr gering | 3–4 l | Geschirr, das Tage im Gerät wartet |
Hersteller benennen ihre Programme unterschiedlich, das Prinzip ist aber ähnlich. Herstellerspezifische Übersichten findest du bei den Programmen von Bosch, Siemens und Miele.
Wie lange ein Programm tatsächlich läuft, hängt zusätzlich von der Zulauftemperatur, der Beladung und gewählten Optionen ab. Die Anzeige zu Beginn ist deshalb eine Prognose, die sich während des Spülgangs um einige Minuten ändern kann.
Eco: das Standardprogramm
Das Eco-Programm ist das Programm, auf das sich das Energielabel bezieht. Nach den EU-Ökodesign-Vorgaben muss es für normal verschmutztes Geschirr geeignet sein und auf dem Bedienfeld klar erkennbar sein; bei vielen Geräten ist es ab Werk vorausgewählt. Es spült mit niedriger Temperatur und gleicht das durch lange Einwirkzeit aus. Das Ergebnis ist bei Alltagsgeschirr genauso sauber wie in wärmeren Programmen. Warum es so lange läuft, erklärt der Ratgeber zum Eco-Programm.
Automatik: bequem, aber nicht immer sparsam
Automatikprogramme messen über Trübungssensoren, wie schmutzig das Wasser ist, und passen Temperatur, Wassermenge und Dauer an. Bei leicht verschmutztem Geschirr kann das sparsam sein, bei stark verschmutztem heizt das Programm auf bis zu 65 °C. Im Mittel liegt der Verbrauch über dem Eco-Programm, dafür ist die Laufzeit kürzer. Hersteller unterscheiden teilweise mehrere Automatik-Stufen, etwa 35–45 °C, 45–65 °C und 65–75 °C.
Intensiv: für Töpfe und Eingebranntes
Das Intensivprogramm arbeitet mit hoher Temperatur und oft mit einem zusätzlichen Vorspülgang. Es löst eingebrannte Reste, Fett und Stärke zuverlässig. Für normales Alltagsgeschirr ist es überdimensioniert: Es braucht ca. doppelt so viel Strom wie Eco und belastet empfindliche Gläser und Dekore stärker. Nutze es gezielt, wenn Bräter oder Auflaufformen im Gerät sind.
Kurz: schnell, aber mit Grenzen
Kurzprogramme sind für leicht verschmutztes, frisches Geschirr gedacht, etwa Gläser und Tassen nach einem Besuch. Sie trocknen oft schlechter und lösen eingetrocknete Reste nur unvollständig. Auch nicht jeder Tab löst sich in 30 Minuten vollständig auf. Mehr dazu im Ratgeber zum Kurzprogramm.
Glas, Hygiene und weitere Sonderprogramme
Glas oder Schonend
Niedrige Temperatur und sanfterer Wasserdruck schonen Gläser und Dekore. Das verringert das Risiko von Glaskorrosion, verhindert sie aber nicht vollständig.
Hygiene
Ein Programm oder eine Option mit längerer Haltezeit bei hoher Temperatur, etwa für Schneidbretter oder Babyflaschen. Für den normalen Alltag nicht notwendig.
Maschinenpflege
Ein heißes Programm ohne Geschirr, meist mit Maschinenreiniger. Es entfernt Fett und Ablagerungen im Spülraum. Hinweise dazu im Ratgeber Geschirrspüler reinigen.
Leise oder Nacht
Arbeitet mit geringerer Pumpendrehzahl und verlängerter Laufzeit. Sinnvoll in offenen Küchen und in Wohnungen mit hellhörigen Wänden.
Vorspülen
Ein kurzer Kaltwassergang ohne Reiniger. Er lohnt sich, wenn die Maschine erst in zwei oder drei Tagen voll wird und Reste sonst antrocknen oder zu riechen beginnen. Wer täglich spült, braucht ihn nicht.
Zusatzoptionen
Viele Geräte bieten Optionen, die du mit einem Programm kombinieren kannst: Halbe Beladung, Extra trocken, Zeitverkürzung, Intensivzone für den Unterkorb oder Hygiene. Die meisten erhöhen den Verbrauch, weil sie Temperatur oder Laufzeit verändern. Zeitverkürzung spart Zeit, kostet aber Energie. Nutze Optionen daher gezielt.
Bei vernetzten Geräten lassen sich teils weitere Programme per App laden oder Programme aus der Ferne starten. Was davon nützt, beschreibt der Ratgeber Geschirrspüler mit WLAN.
Empfehlung für den Alltag
- Standard: Eco für fast alles, auch über Nacht oder während der Arbeit.
- Wenn es schneller gehen muss: Automatik statt Kurz, weil es zuverlässiger reinigt.
- Nach Partys mit Gläsern: Glas oder Kurz, wenn nichts angetrocknet ist.
- Bei Bräter und Auflaufform: Intensiv, gegebenenfalls nur mit der Intensivzone.
- Einmal im Monat: Maschinenpflege oder ein heißes Programm, um Fett und Gerüche zu entfernen.
Lange Laufzeiten im Eco-Programm sind unbedenklich, wenn das Gerät gut abgesichert ist. Ein vollwertiger Aquastop schützt vor Wasserschäden, auch wenn niemand zu Hause ist. Welche Programme und Optionen beim Kauf wichtig sind, zeigt die Kaufberatung.
Häufige Irrtümer
„Heißer ist immer sauberer.“ Nicht bei normal verschmutztem Geschirr. Moderne Reiniger enthalten Enzyme, die bei 40–50 °C am besten arbeiten. Sehr hohe Temperaturen können Eiweißreste sogar festbacken, bevor sie gelöst sind.
„Das Kurzprogramm ist das Sparprogramm.“ Kurz heißt nicht sparsam. Damit das Geschirr in kurzer Zeit sauber wird, muss das Gerät schneller und oft höher heizen. Pro Spülgang liegt der Stromverbrauch daher häufig über Eco.
„Automatik erkennt alles.“ Die Sensoren messen die Trübung des Wassers, nicht die Art der Verschmutzung. Eingebrannte, aber kaum lösliche Reste können die Automatik zu einem milden Durchgang verleiten.
„Viele Programme bedeuten ein besseres Gerät.“ Für die meisten Haushalte reichen Eco, Automatik, Intensiv und ein schnelles Programm. Wichtiger als die Zahl ist, dass die Basisprogramme gut reinigen und trocknen.
Häufige Fragen
Welches Programm ist am sparsamsten?
Das Eco-Programm. Es braucht bei normal verschmutztem Geschirr am wenigsten Strom und meist auch am wenigsten Wasser. Kurzprogramme sind trotz kürzerer Laufzeit fast immer weniger sparsam.
Warum wird mein Geschirr im Eco-Programm nicht sauber?
Häufige Ursachen sind ein verstopftes Sieb, verstopfte Sprüharme, ein zu stark beladenes Gerät oder ungeeigneter Reiniger. Stark angetrocknete Reste brauchen eventuell Intensiv.
Brauche ich ein Hygieneprogramm für Babyflaschen?
Ein normales Programm ab ca. 60 °C reicht für den Alltag meist aus. Für Sauger und Flaschen von Säuglingen geben Hersteller von Babyzubehör eigene Empfehlungen, die du beachten solltest.
Kann ich ein laufendes Programm wechseln?
Bei den meisten Geräten ja, über einen Abbruch oder Reset per Tastendruck. Das Gerät pumpt dann ab. Ein neues Programm startet von vorn, der Reiniger ist dann eventuell schon verbraucht.